

Am 20. Oktober 1933 wurde die Bereitschaft Nord 2 als damalige Abteilung 5 des damals noch Kreisstelle genannten Kreisverband München gegründet.
Die Bereitschaft Nord 2 tat sich damals durch regelmäßige größere Geländeübungen hervor. Es waren aber auch schwere Einsätze wie das Bahnunglück in Reichertshofen zu bewältigen. Zusätzlich zu kleinen Sanitätsdiensten, beispielsweise in Kinos, gab es auch einige Großdienste.
In Folge der Generalmobilmachung 1939 wurden auch viele Helfer zur Wehrmacht eingezogen.
In den Kriegsjahren gab es neben den regulären Sanitätsdiensten auch sehr viel Arbeit durch die Luftangriffe. Schwabing war damals auf Grund der Schwerindustrie, die hier vorhanden war, ein bevorzugtes Ziel bei Luftangriffen. Dass die Arbeit der Helfer damals gefährlich war, zeigt die Tatsache, dass damals zwei Helfer von Nord 2 ums Leben kamen.
Nach Ende des Krieges wurde abwechselnd mit den anderen Bereitschaften nachts und am Wochenende der Rettungsdienst gestellt.
In dieser Zeit gab es mehrere bemerkenswerte Sanitätsdienste zu besetzen. Dazu zählten zum Beispiel die 800-Jahrfeier der Stadt München und das Deutsche Turnfest. Letzteres fand bereits zum dritten Mal in München statt.
Zu den großen Diensten gehörte auch der Evangelische Kirchentag 1959. Damals wurden 29 Sanitätswachen durch insgesamt 65 Mitglieder von Nord 2 besetzt.

Der bis dahin größte Einsatz des Münchner Roten Kreuzes war der Eucharistische Weltkongress 1960. An rund 180 Einsatzstellen waren damals 105 Ärzte, 3.000 Helferinnen und Helfer (davon 900 aus München) vor Ort und bewältigten 23.000 Erste-Hilfe-Einsätze. Im Mai 1963 feierte das Deutsche Rote Kreuz in München das hundertjährige Bestehen.
Neben den normalen Sanitätsdiensten fielen in den 1970er Jahren auch zwei außergewöhnliche Sanitätsdienste an: Die Olympischen Spiele 1972 und die Fußballweltmeisterschaft 1974. Auch bei diesen beiden Ereignissen wurde ein sehr großer Aufwand betrieben, was die Zahl der Helfer und Helferinnen und die Menge des verbrauchten Materials angeht.
Aufgrund der beiden Ereignisse wurden zwei Zentren für Katastrophenschutz in Dienst gestellt. Bis Januar 2000 gab es das Zentrum für Katastrophenschutz in der Heßstraße 120 und das in der Boschetsriederstraße. In der Heßstraße 120 war das größere von beiden. Dort waren Einheiten von THW, Freiwilliger Feuerwehr und verschiedenen Hilfsorganisationen mitsamt Material und Fahrzeugen untergebracht. Hier war lange Zeit auch Nord 2 mit Fahrzeugen und Material untergebracht. Zu der Anlage gehörte auch ein Atomschutzbunker, der im Kriegsfall vielen Menschen Schutz und Zuflucht gewähren hätte sollen.

Bedeutsame Dienste für Nord 2 waren der Papstbesuch 1980 und der Besuch von Michail Gorbatschow. Zu beiden Gelegenheiten stellten wir einen Teil des Sanitätsdienstes.
Für das BRK als solches gab es allerdings auch eine Menge schwere Einsätze. So zum Beispiel das Oktoberfest-Attentat oder den Absturz eines Kleinflugzeugs auf ein McDonalds-Restaurant.
Die 80er-Jahre waren geprägt durch eine Vielzahl kleiner und großer Umbrüche. Die politische Entspannung hat dazu geführt, das ab Ende der 1980er-Jahre die Aufwendungen für den Katastrophenschutz massiv gekürzt wurden. Das traf und trifft auch die Bereitschaft Nord 2, denn wir sind in den Katastrophenschutz der Landeshauptstadt München eingebunden.
Für uns alle hielt das Jahr 2020 besondere Herausforderungen bereit. Der Jahresanfang begann für einen Teil unserer Bereitschaft noch mit einem Sanitätsdienst beim Biathlon in Ruhpolding (gemeinsam mit unserer Partner-Bereitschaft Traunstein und vielen anderen Einheiten aus Traunstein, München und vielen weiteren Kreisverbänden). Bis Anfang März hinein konnten wir noch Sanitätsdienste durchführen.
Bedingt durch die weltweite Corona-Pandemie und den damit einhergehenden Problemen, wurden ab März auch unsere Mitglieder vor besondere Herausforderungen gestellt. Während zu Beginn der Pandemie einzelne Mitglieder unserer Bereitschaft im Krisenstab unseres Kreisverbandes zum Beispiel bei der Organisation von Schutzmaterial halfen, mussten andere Aktivitäten, wie zum Beispiel Sanitätsdienste, über Monate hinweg komplett eingestellt werden. Ab Mai führten wir unsere Schulungen online, in Form von digitalen Bereitschaftsabenden, durch. Während der Testaktion von Reiserückkehrern am Münchner Hauptbahnhof waren einige unserer Helferinnen und Helfer an der Teststation tätig.
Die Durchführung von Sanitätsdiensten blieb so für eine lange Zeit komplett unmöglich. Ab Sommer waren zumindest Bundesliga-Fußballspiele (ohne Zuschauer) wieder möglich. Wir führten unter anderem an der Allianz Arena bei den wenigen zugangsberechtigten Personen Fiebermessungen mit zwei Helfern durch.
Neben den Sanitätsdiensten, Bereitschaftsabenden, Ausbildungen, Lehrgängen und Einsätzen, gibt es immer wieder gemeinschaftliche Aktivitäten wie z.B. <link was-wir-tun/ausserhalb-des-einsatzes/huetten-wochenenden/ - internal-link Hüttenwochenenden>Hüttenwochenden</link>. Das schweißt nicht nur für den Einsatzfall zusammen. Während der Corona-Krise ging das natürlich nicht. Dafür haben wir uns beispielsweise online für ein Krimi-Dinner getroffen und sind gemeinsam auf „Mörder-Jagd“ gegangen. Auch zu Corona-Zeiten ging es eben nicht immer nur ernst bei uns zu, sondern auch der Spaß kam nicht zu kurz.


